Hypnose

Was ist Hypnose ?

Das Wort Hypnose entspringt aus dem altgriechischen Wort “Hypnos”, was soviel wie “Schlaf” bedeutet. Doch die weit verbreitete Meinung unter Laien, Hypnose sei ein Schlafzustand, ist nicht ganz richtig. Vielmehr ist Hypnose lediglich ein veränderter Bewusstseinszustand.
Wir unterscheiden in der Psychologie grob zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein. Bewusstsein ist all das, was wir täglich im Wachzustand fühlen und erleben. Das Unterbewusstsein dagegen ist für uns zunächst einmal verborgen. Dort sind aber all die Dinge gespeichert, die wir je erlebt und wahrgenommen haben, an die wir uns aber im normalen Wachzustand nicht erinnern können.
Das Bewusstsein ist im Gegensatz zum Unterbewusstsein kritikfähig, wertet also gemachte Wahrnehmungen. Je mehr nun ein Mensch in Hypnose sein Unterbewusstsein öffnet, je mehr nimmt damit dann auch diese Kritikfähigkeit ab. Und damit öffnet sich der Weg zur Veränderung.

HypnoseHypnose ist Bestandteil der Psychotherapie

Hypnose ist seit langem ein fester Bestandteil in der Psychotherapie. Neben den klassischen Verfahren, wie Verhaltenstherapie, systhemische Therapie und Tiefenpsychologie, hat auch die klassische Hypnosetherapie einen festen Platz bei den etablierten und wissenschaftlich fundierten Therapieformen gefunden. Zahlreiche Studien belegen die  Wirksamkeit dieser Therapieform. Das zentrale Element bei Hypnose ist der so genannte Tracezustand, der ein veränderten Bewusstseinszustand darstellt. Dabei kann dieser assoziiert oder dissoziiert wahrgenommen werden. Beim assoziierten Bewusstseinszustand sieht und fühlt man, als wäre man mitten in der vorgestellten Situation, im dissoziierten Zustand hat man eher eine Betrachterrolle – man sieht sich wie in einem Film.

Einsatzgebiete der Hypnose

Mehr und mehr Menschen vertrauen der Hypnose, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei sind diese so individuell, wie die Menschen selbst. Hypnose kann bei der Raucherentwöhnung, der Gewichtsreduzierung oder zur Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen, zur Geburtsvorbereitung usw. eingesetzt werden. Nicht nur psychische oder psychosomatische Krankheiten können das Thema einer Hypnosetherapie sein, sondern auch Mentaltraining zur Leistungssteigerung bei Sportlern (Sporthypnose).

Trancezustand

Der Trancezustand ist ein natürliches Phänomen, welches sich tagtäglich automatisch in jedem Menschen einstellt. Sei es beim Lesen eines Buches, während der Arbeit, beim Nachgehen eines Hobbys, im Sport oder auch beim Sex. Wir nennen dies auch manchmal “Flow”.
Während der Trancephase ist man für Suggestion, also verbale oder bildliche Angebote, besonders empfänglich. Hypnose ist eine Methode den Klienten darin zu unterstützen diesen Zustand innerhalb weniger Minuten selbst herbeizuführen. Der Hypnotherapeut nimmt dabei eine unterstützende, anleitende Position ein. Jede Hypnose ist also eigentlich eine Selbsthypnose.

Hypnose ist keine Wunderwaffe

Hypnose ist keine Wunderwaffe gegen alle psychischen Krankheiten. Vielmehr kann sie eine Unterstützung zur Auflösung bestehender Konflikte und damit zur Reduzierung von Spannungen in der Psyche verstanden werden. Hypnose ist individuell und es gibt Klienten, die trotz ihres Willens sich helfen lassen zu wollen, innerlich das Aufkommen der Trance blockieren. Daran ist deutlich zu erkennen, dass kein Hypnotiseur magische Fähigkeiten hat, sondern nur anleiten kann.

Funktioniert Hypnose auch bei mir ?

Es ist unmöglich eine Aussage über die Wirkung von Hypnose zu treffen, denn jeder Menschen hat unterschiedliche Einstellungen, Probleme und Themen. Daher beginnt jede gute Hypnosesitzung zunächst mit einer ausgiebigen Anamnese und einem Vorgespräch, bevor es „auf die Couch“ geht.

Das Vorgespräch

Es stellt den wohl wichtigsten Teil einer Sitzung dar. Mit Empathie muss das Vertrauen zwischen dem Patienten und dem Therapeuten hergestellt werden. Während des Vorgespräches kann ein gut geschulter und erfahrener Therapeut bereits eine Veränderung der Denkprozesse und Bewertungen von Gefühlen und Situationen bewirken. Die anschließende Hypnose dient dann zur Festigung dieser neuen Bewertungen und Denkprozesse.

Manipulation in Hypnose

Eine Hypnosetherapie, die oft mit Manipulation gleichgestellt wird, kann niemanden mehr oder weniger manipulieren, als Werbung im Fernsehen. Durch die Suggestionen, die verbale Angebote des Therapeuten sind, kann versucht werden eine Horizonterweiterung und einen Perspektivwechsel im Klienten herbeizuführen. Dieser entscheidet jedoch für sich selbst, ob er die Suggestionen zulässt oder nicht. Ein innerer Schutzmechanismus verhindert eine Manipulation, die den eigenen Werte- und Moralvorstellungen widersprechen würde. Der Hypnotiseur hat keine Macht über den Patienten.

Patient -Therapeut – Verhältnis

Das Vorgespräch ist, wie oben schon erwähnt, der wichtigste Bestandteil einer Hypnosesitzung. Es wird ein gutes Patienten-Therapeut-Verhältnis aufgebaut. In jeder erfolgreichen Therapie ist es unbedingt notwendig ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Durch dieses wird die Kooperationsbereitschaft des Klienten erreicht.
Eine gute Ausbildung, viele Weiterbildungen und letztendlich die Erfahrung ermöglichen es diese Kooperation professionell herzustellen. Ein gutes Verhältnis zwischen Patient und Therapeut ist unabdingbar.

Meditation und HypnoseHypnosetherapie

Neben dem persönlichen Gespräch, in welchem Hilfestellungen gegeben werden können, zeichnet sich eine Hypnosesitzung durch weitere Aspekte aus, die in der Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie oder einer anderen Art der Psychotherapie nicht gegeben sind. Der Zustand der Trance bedingt ein deutlich tieferes Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Therapeuten und eine intensive Kooperationsbereitschaft.
In einer Hypnosesitzung kann ein tiefer, schlafähnlicher Zustand erzeugt werden. In diesem ist der Patient für Suggestionen empfänglich, auch wenn er sich nach einer Therapiestunde nicht oder nur bruchstückhaft an diese erinnern kann. Ein verantwortungsvolles Handeln des Hypnotiseurs ermöglicht während der Behandlung kognitive Prozesse abzuändern oder zu initiieren, die im normalen Wachzustand nicht oder nur bedingt angestoßen werden können.

Was ist Trance ?

Der Zustand der Trance ist ein anderer Bewusstseinszustand, einem Schlaf ähnlich, in welchem der Klient alle Suggestionen, die Angebote des Therapeuten darstellen, bewusst und unbewusst mitbekommt. Trance ist ein natürlicher Zustand, der auch durch Meditation und andere Verfahren binnen weniger Minuten erzeugt werden kann.

Was ist eine Suggestion ?

Das Wort leitet sich vom lateinischen “suggestio” ab, was so viel bedeutet wie Eingebung oder Einflüsterung. Es handelt sich um eine verbale Beeinflussung des Unterbewußtseins zur Erreichung des Therapiezieles, in dem eine Suggestion die Sinnessysteme (Hören, Fühlen, Sehen, Schmecken und Riechen) anspricht. Eine Suggestion hat das Ziel eine Lösung im Patienten oder Klienten für sein Thema zu erzeugen und Prozesse der Veränderung herbeizuführen.

Anzahl der Hypnosesitzungen

Die Dauer einer Hypnosetherapie kann vorab, wie bei allen Therapieformen, nicht genau festgelegt werden. Die Nennung einer bestimmten Stundenzahl entspräche auch einem Heilversprechen, welches berufsethisch und berufsrechtlich nicht zulässig ist. Es hat sich jedoch gezeigt, dass nach wenigen Sitzung schon Veränderungsprozesse zu erkennen sind. Auch gibt es ausreichend Beispiele, bei denen eine einzelne Sitzung schon zum gewünschten Ergebnis geführt hat.

Hypnose und Entspannung

 

Rating: 3.5/5. Von 2 Abstimmungen.
Bitte warten...